Ein namenloser Politiker probt seine Rede, begleitet von imaginärer Marschmusik und Applaus. Die groteske Überhöhung zeigt, wie Sprache, Rhetorik und Inszenierung Macht erzeugen – eine Thematik, die im Zeitalter sozialer Medien erschreckend relevant bleibt.
Mauricio Kagels bissig-ironische „Zehn Märsche, um den Sieg zu verfehlen“ kommentieren und unterstreichen die Rede mit Witz und Schärfe.
In der Inszenierung von Jonas Arnet (Regie/musikalische Leitung) trifft das Sprachkunstwerk auf ein live musizierendes Quintett.
Mit »Der Tribun« von Mauricio Kagel kommt ein Werk auf die Bühne, das die Mechanismen politischer Rede in ihrer zeitlosen Aktualität offenlegt.